Im Atelier sind die Werke von Gisela Buomberger und anderer Künstler zu sehen, deren Bilder sie meist im Tauschgeschäft erworben hat.
Vom Hund zur Katze
Als die Katzenmalerin ist Gisela Buomberger heute über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Doch begonnen hat ihre Karriere mit anderem Getier. Schon während der Grafikausbildung malte sie oft im Zürcher Zoo die exotischenTiere (die Bilder hängen heute vor allem in Tierarztpraxen).Später wurden dann die eigenen Hunde zum bevorzugtenMotiv. Lieblingshund «Zipfel»,ein kohlrabenschwarzer Bastard, wurde gar zum Signet, das selbst heute noch auf all ihren Werken auszumachen ist. Hunde waren es schliesslich auch, die die Städterin aufs Land verschlugen. «Mein Appenzeller Bless hatte fünf Junge bekommen, doch die Zeiten für Hunde wurden in Zürich immer schlechter, sie durften nicht bellen und auchsonst nicht auffallen», erinnert sich die Künstlerin. Also zog sie ins Toggenburg. Ganz fremd war ihr die Gegend ja nicht. Der Urgrossvater war einst Tierarzt in Bütschwil, Silvia verbrachte oft Ferien im Toggenburg, hatte die Gegend gedanklich auch bereits zu ihrem Alterssitz erkoren – und kam nun, als sie das geeigneteHaus (mit Blick auf den Säntis) gefunden hatte, einfach ein paar Jährchen früher. Sie wurde gut aufgenommen. «Die Libinger sind sehr offen», sagt sie. Seit 25 Jahren lebt die Anfangssechzigerin hier nun mit einem «ausgewanderten» Appenzeller Bauernsohn zusammen. Kennen gelernt hat sie ihn, als er die Kühe auf die Weide trieb undsie ihn fragte, ob er nicht einen übrigen Kasten für sie hätte. Er hatte – und die Zürcherin erlag dem Appenzeller Charme.
Wir hätten Johann gern kennengelernt, doch er war nicht da.«Er ist ein Schüücher», sagt GiselaBuomberger, und so hat ervor dem unbekannten FrauenbesuchReissaus genommen, in dieBeiz oder zu den Nachbarn, wiedie Partnerin vermutet. Denen hilft der Pensionierte oft bei verschiedenen Arbeiten. Daheim kocht Johann auch gelegentlich.Wenns allerdings Käshörnli gibt,dann bittet ihn Gisela, ihre Portionextra und mit weniger Käsezuzubereiten. «Wir kommen gut miteinander aus, weil jederseiner Wege geht», sagt sie über die doch eher ungewöhnliche Partnerschaft. Und die vielen holzgeschnitzten Alpaufzüge imHaus vermitteln Johann sicher ein zusätzliches Heimatgefühl. Hat Gisela Buomberger übrigens nie daran gedacht, zur Abwechslung Menschen zu malen? «Nein, weil ich mir nicht zutraue, sie realistisch wiedergebenzu können.» Und so bleibt sie beiden Tieren – und arbeitet bereits am dritten Katzenbilderbuch. ■